Quelle: The Island 16.4.2007

 

UNP will Entführungen aufklären

 

Die Oppositionspartei UNP will landesweit alle Entführungen und das Verschwinden von Menschen seit 1994 aufklären. Dazu sollen in allen Städten und Dörfern Befragungen durchgeführt werden, um die Hintergründe der Entführungen zu ermitteln.

 

 

Kampf dem Alkohol

 

Mit der Machtübernahme durch Präsident Rajapakse hat sich die Verfolgung von Alkohol- und Drogendelikten spürbar erhöht. Auch beim Rauchen gibt es harte Bandagen. Insbesondere gilt an Poya-Tagen (buddhistischer Feiertag zum Vollmond) ein striktes Alkoholverbot, dass konsequent durchgesetzt wird.

Allein zum Neujahrsfest im April 2007 wurden rund 5000 Personen wegen Verstoßes dagegen festgenommen. 115 müssen sich wegen Rauchens in der Öffentlichkeit verantworten.

2006 betrug die Zahl von Festnahmen wegen Drogenmissbrauchs 47.298.

Dabei kam auf 28 Männer eine Frau. 12.551-mal ging es um Heroin, 34.728-mal um Cannabis. Drogenhölle Nr. 1 ist Colombo.

Die Polizei hat spezielle Hotlines geschaltet, wo eifrige Bürger Verstöße melden können.

 

Jugendlicher wegen Besitzes eines Terroristen-Fotos festgenommen

 

Harte Sitten: Ein Jugendlicher, der einer jungen Frau ein Foto des Tiger-Führers Prabhakaran zeigte, wurde inhaftiert. Die „Straftat“ ereignete sich auf einer Busfahrt von Colombo nach Kandy. Wachsame Mitreisende hatten über die Notrufnummer 119 die Polizei informiert, die sofort handelte. Wenn sie doch immer so schnell und konsequent wäre….

 

Zimtöl geklaut

 

Am 15.4. wurde in einer Öl-Destille in Dampella eingebrochen und 45 Flaschen Zimtöl entwendet. Reines Zimtöl ist sehr teuer. In diesem Falle betrug der Schaden 111.500 Rs, also rund 7500 Euro.

 

 

Mehr Ayurveda

 

In der Südprovinz sollen 11 neue Ayurveda-Krankenhäuser und Apotheken errichtet werden.

Kosten des Projekts: 27 Millionen Rs. Auch die Anzahl von Ayurveda-Ärzten wird weiter erhöht. Sehr erfreulich, dass traditionelle Medizin mehr gefördert wird.

 

Angst unter tamilischen Geschäftsleuten

 

Speziell in Colombo häufen sich Fälle von Entführungen von tamilischen Businessleuten.

Von den 2006 gekidnappten Personen (rund 300) ist die Mehrzahl immer noch vermisst, einige wurden ermordet. Häufig wird Lösegeld gefordert. Offizielle Stimmen machen den abtrünnigen LTTE-Oberst Karuna für diese Verbrechen verantwortlich. Gemunkelt wird aber auch, dass einflussreiche nationalistische singhalesische Kräfte dahinter stehen. Ziel sei, die tamilische Elite einzuschüchtern und aus traditionell singhalesischen Gebieten zu vertreiben.

Nach Anschlägen der Tiger kommt es zudem immer wieder zu Angriffen auf Geschäfte tamilischer Bürger, die seit Jahrzehnten unbescholten im Süden und Westen Sri Lankas leben. Traditionell ist die Polizei dabei ehr passiv.

Die These, dass der tamilische Einfluss im Land zurückgedrängt werden soll, wird auch durch den Anteil tamilischer Studienabgänger belegt: Dieser ist seit Jahren rückläufig. Dazu gehen Ausschreibungen der Regierung immer seltener an tamilische Firmen und hohe Verwaltungsposten  mehr und mehr an Singhalesen.

Als Beispiel wird auch der kürzliche Staatsbesuch in China angeführt. Dabei sollen keine tamilischen Firmen in der Delegation gewesen sein, während sich singhalesische Geschäftsleute breit präsentieren konnten.

Alarmierend auch: Die Indische Botschaft erhält normalerweise 500 Visaanträge pro Tag. In jüngster Zeit sind es durchschnittlich 1200. Sie werden hauptsächlich von Tamilen gestellt, die dem Bürgerkrieg, Entführungen und Repressalien entkommen wollen.

 

 

Quelle: Sunday Leader, 11.2.2007

 

Entführungen und Menschenrechte 2006

 

In Ergänzung hier noch die Zahlen von Human Right’s Watch betreffend Menschenrechtsverletzungen in Sri Lanka 2006:

 

 

Spurlos verschwunden  95

Von der LTTE entführt    15

Arrestierungen               448

Folter                              528

Getötet                            19

Massiv schikaniert         366

 

Man geht davon aus, dass pro Tag 3 Menschen „verschwinden“. Im Sunday Leader vom 11.2.2007 wird der Fall von 3 gewerkschaftsnahen Journalisten beschrieben. Diese wurden am 5.2.07 arrestiert. Daraufhin fragte die Familie bei der lokalen Polizeistation nach. Diese wusste nichts von der Sache. Bei der Verhaftung wurde einer Ehefrau gesagt, ihr Mann wäre vom CID (Sicherheitsdienst der Regierung) verhaftet wurden. Auf Anfrage teilte der CID mit, man wisse nichts von den Arrestierungen. Doch trotz dieser Dementis, und nun kommt es, präsentierte die Regierung (deren Organe doch keine Ahnung hatten) am nächsten Tag die „Geständnisse“ der drei auf Video, aufgenommen an einem unbekannten Ort von anonymen Personen. Alle 3 Häftlinge wirkten äußerst angespannt und eingeschüchtert.

Ich erspare mir jeden weiteren Kommentar zur Art und Weise, wie verhaftet und „befragt“ wurde. Für großen Wirbel sorgte der Fall einer jungen Journalistin, die monatelang beim CID eingesperrt war, ohne jemals einem Richter vorgeführt worden zu sein. Der bloße Verdacht, die LTTE zu unterstützen, reichte aus. Wie heißt der amerikanische Stützpunkt auf Kuba???

 

 

 

 

Dialog macht in TV

 

Der große srilankische Mobilfunkanbieter Dialog GSM (Tochter von Telekom Malaysia) hat seit kurzem auch eine Fernsehsparte. Landesweit wird ein Satellitenprogramm mit über 30 Kanälen ausgestrahlt, darunter CNN, A1, AXN, Cartoon Networks, Nickelodeon, Animal Planet, Star Sports, BBC usw. Nach meinen Informationen gibt es ein Paket mit Schüssel und Receiver für rund 100 €, monatlich zahlt man 10-20 Euro je nach Umfang. Leider wieder nix deutschsprachiges…

Dialog hat mehr als 3,2 Mio. Handykunden in Sri Lanka.

 

 

HSBC nun mit Telebanking

 

Nun gut, Sri Lanka ist nicht unbedingt ein Paradies für Bankdienstleistungen. Online-Banking gibt es meines Wissens gar nicht oder in einem minimalen Ausmaß. Immerhin bietet HSBC seinen Kunden nun schon kostenloses Telefonbanking an. Bei allen großen Telefongesellschaften sind Hotlines geschaltet. Man gibt an, bereits „eine signifikante Anzahl von Kunden“ in dieser Sparte zu haben. Sicher keine Wahnsinnszahl, aber immerhin. Weiter so! HSBC ist auch Marktführer bei Kreditkarten in Sri Lanka mit 250.000 Stück Plastikgeld.

 

 

Quelle: Sunday Leader, 11.2.2007


 

 

Situation in Sri Lanka hat sich stabilisiert

Persönliche Einschätzung der Sicherheitslage  vom 24.02.07

 

Nachdem ich mich nun wieder seit 4 Wochen im Land aufhalte, möchte ich einen kleinen

Kommentar zur „gefühlten“ Sicherheitslage abgeben.

Zunächst: ich habe mich in diesen 4 Wochen nicht irgendwo im Hotel verschanzt, sondern bin rund 1000 km mit Motorrad, Zug, Tuk-tuk, Bus und Minibus durch die Lande gereist.

Stationen waren: Colombo, Galle, Uda Walawe Nationalpark, Belihul Oya, Haputale, Nuwara Eliya, Kitulgala, Anuradhapura ( also schon unweit der eigentlichen Tamilengebiete).

In Colombo habe ich am 1. Februar als besonderes Highlight die Navam Perahera besucht.

Dies ist einer der größten buddhistischen Umzüge Sri Lankas, organisiert vom Gangaramaya Tempel. Hunderte Mönche, Tänzer, Trommler, Akrobaten, Feuerspucker und vor allem an die 50 prächtig aufgestylte Elefanten ziehen zum Tempel, um dem ersten Besuch Buddhas im „strahlend schönen Land“ zu gedenken.

Wenn auch unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, so lief diese großartige „Show“ doch ohne jede Zwischenfälle ab. 3 Tage später feierte Sri Lanka den 59. Jahrestag seiner Unabhängigkeit,

auch hier blieb es ruhig.

In Galle hatte es am 19.Oktober 2006 nach 20 Jahren wieder einen Angriff der Tamil Tigers gegeben. Ziel war die Marinebasis, also kein ziviles oder gar touristisches Ziel.

Seitdem ist es wieder ruhig, hoffentlich für die nächsten 20 Jahre oder am besten für immer.

Bei meiner Motorradtour von Colombo nach Anuradhapura beunruhigte mich der chaotische Straßenverkehr weit mehr als die Angst vor Anschlägen. Überhaupt denke ich, dass individuelles Reisen (man muss ja nicht selbst fahren, es gibt genug kleine Touranbieter mit Vans) die sicherste Form der Fortbewegung im Lande ist. Ich habe noch nie von einem Angriff auf einen Minibus gehört. Und im Hochland, also die Stationen Belihul Oya, Haputale, Nuwara Eliya und Kitulgala kann man ungestört die Natur genießen. Aus welchem Grund auch immer, aber dort sind die Tiger nicht aktiv.

Belihul Oya bietet sich an für Wanderungen und Radtouren, im River Garden (gleich am Ortseingang noch vor der Brücke aus Richtung Colombo kommend) wird hierzu einiges angeboten (inklusive Führer und Fahrradverleih).

Wer auf eigene Faust etwas unternehmen will, muss sich unbedingt vorher eine Karte besorgen!!

Einzige Quelle, die ich in Sri Lanka gefunden habe: Borderlands, 60, Stafford Avenue, Colombo.

Verzichten kann man auf des Kanufahren auf dem nahen Stausee, womit wir wieder bei der Sicherheit wären: Da der Staudamm natürlich ein mögliches Terrorziel ist, darf man nur ein Miniminiteil des Sees befahren.

Übernachtung: ungefähr einen km nach der Brücke ist das „Water Gardens“, bevor Ihr etwas anderes bucht, schaut dort mal rein, preislich und vom Ambiente top.

Noch ein Wort zu Kitulgala: hier ist das Rafter-Paradies, eine 7km lange Wildwasserstrecke hat einiges zu bieten. Anbieter gibt es genug, wir waren im Rafter’s Retreat.

Leider hatten wir Pech. Da wir am Nachmittag eintrafen, war der Wasserstand zu niedrig und wir konnten nur eine gemütliche Paddeltour mit Schwimmeinlage machen.

Also bitte unbedingt früh versuchen und nicht an Wochenenden- Invasion inländischer Touristen.

Preis nach etwas Feilschen: 2000 Rs pro Nase, also 15 €.

Abschließend blieben wir 2 Tage im Galle Face Hotel in Colombo, DZ mit sehr gutem Frühstücksbufett: um die 100 $. Das Dinnerbufett ist legendär, waren begeistert von den gegrillten Calamaris.

Mehr zu Colombo: www.srilanka-insider.de/text/sehenswertes/colombo-hauptstadt-srilankas.html

Nochmal zur Sicherheit: Es gibt sicher keine absolute Garantie, aber auf jeden Fall ist die Situation bei weitem besser als noch Ende 2006. Gründe sind eine erfolgreiche Offensive der Armee, die der LTTE einige schwere Niederlagen einbrachte und sie stark zurückgedrängt hat,

verfeinerte Sicherheitsvorkehrungen und eine breite Mitwirkung der Bevölkerung, um neue Anschläge zu verhindern