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LTTE-Führer meldet sich zu Wort
Kein Frieden in Sicht
In seiner jährlichen Rede zum
„Helden-Tag“ am 27.11.06 äußerte der Chef der Tamil Tigers Prabhakaran seine
Frustration über die unveränderte Position der Regierung zum Schicksal des Tamilischen
Volkes.
Nach wie vor werde das
Selbstbestimmungsrecht der Tamilen unterdrückt, die Menschen im Norden und
Osten würden unter dem heftigen militärischen Vorgehen der srilankischen Armee
leiden, Hunger und Obdachlosigkeit sei weit verbreitet. Insbesondere
kritisierte er die Schließung der A9-Autobahn, die der Versorgung der
Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und medizinischem Bedarf gedient hätte. (Die
Regierung hatte die Straße geschlossen, da die Sicherheit der Fahrzeuge wegen
Überfällen der Tamil Tigers sowie wegen zahlreicher Verluste durch Minen nicht
mehr gewährleistet war. Zum anderen diente sie den Tigern als üppige
Einnahmequelle durch Wegezölle und Schutzgelderpressung. Prabhakaran ließ
keinen Zweifel daran, dass man solange weiterkämpfen werde, bis die Tamilen
ihren eigenen Staat „Tamil Eelam“ hätten. Eine föderale Lösung in einem
einheitlichen Sri Lanka käme nicht in Frage. Damit ist aber auch gesagt, dass
eine friedliche Lösung in weiter Ferne ist, denn eine Spaltung des Landes wird
von der Regierung und allen anderen maßgeblichen Parteien ebenso kategorisch
abgelehnt.
Am selben Tag äußerte sich auch
Karuna Amman, der Chef einer
abgesplitterten tamilischen Befreiungsarmee zu Wort. Der frühere hohe
Kommandeur der Tamil Tigers griff Prabhakaran in harschen Worten an,
bezeichnete ihn als machthungrigen, menschenverachtenden Despoten, der das
eigene tamilische Volk unterdrücke, terrorisiere und als Schutzschild opfere.
Prabhakaran handele aus reiner Selbstsucht und hätte tausende von Tamilen für
seinen privaten Luxus verheizt. Karuna sagte weiter, dass die LTTE stark
zurückgedrängt worden sei und ihre militärische Stärke täglich schwinden würde.
Er und seine Truppen würden nicht ehr ruhen, bevor das tamilische Volk von der
Geißel der Tamil Tigers und speziell der Terrorherrschaft ihres Anführers
befreit sei. Dann würde man die Waffen niederlegen und eine politische Lösung
innerhalb eines einheitlichen Sri Lanka unterstützen. Es wäre zu schön….
Karunas Armee war neulich
allerdings selbst durch ausländische Beobachter angeklagt worden, Kinder zu
entführen und als Soldaten zu missbrauchen.
04.12.06
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