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Verhaltensregeln in Sri Lanka
Zu Beginn ein paar Schnitzer, die
mir in Sri Lanka unterlaufen sind:
Bei einer Renovierung hatte ich
ein Buddha-Bild abgenommen und es auf dem Fußboden
abgelegt. Der Erleuchtete zu
meinen Füßen- ganz falsch, eine Gotteslästerung erster Güte.
Bitte immer daran denken: Religion
spielt hier immer noch eine extrem wichtige Rolle, nicht nur als
Lippenbekenntnis, sondern von Herzen.
Abends hatte ich auf der Veranda
meine Beine hochgelegt und die Sohlen zeigten direkt auf einen älteren
Hotelangestellten, der gerade eine Moskito-Spirale anzündete. Eine Beleidigung,
denn die Füße werden als unrein betrachtet. Übrigens ist es in Sri Lanka
allgemein üblich, die Schuhe an der Haustür auszuziehen.
Noch schlimmer: Einem Anwalt
überreichte ich leichtfertig eine Kopie mit der linken Hand. Genauso gut hätte
ich auch vor ihm ausspucken können.
Ich wurde in keinem der drei Fälle
gesteinigt, aber a) hatte ich mich wieder als unwissender Ausländer geoutet und
b) vertiefen solche Fehler gerade in etwas gehobener Gesellschaft
die Beziehung nicht.
Wie in allen mir bekannten
asiatischen Kulturen ist es extrem wichtig, nicht sein Gesicht zu verlieren und
auch dafür zu sorgen, dass andere es wahren.
Noch eine Begebenheit dazu: Auf meinem
letzten Flug wurde mein Koffer beschädigt. Die Fluggesellschaft beorderte mich
in ihr Büro, ich war stinksauer, denn es kostete mich einen halben Tag, um nach
Colombo zu kommen. Nun teilte mir eine Angestellte mit, ich solle mit dem
Koffer in die Werkstatt fahren. Ich bin geplatzt und verlangte den Chef zu
sprechen. Diesem hielt ich dann einen Vortrag, den wohl all seine Unterstellten
mithören konnten. Ein schlimmer Gesichtverlust, vor anderen, noch dazu in der
Position tiefer stehenden, bloß gestellt zu werden.
Dementsprechend lange zog sich die
Regulierung hin.
Also besser nicht brüllen,
ausrasten, schimpfen, beleidigen, denn auch Sie selbst verlieren Ihr Ansehen
dadurch. Besser ist eine freundliche, konsequente Bestimmtheit. Solange Sie
freundlich bleiben, kann ein Singhalese gar nicht anders als es auch zu sein.
Das ist manchmal echt schwer, denn
die Inselbewohner sind Meister im Hinhalten und Verzögern.
„Morgen“. Und sie können, nein,
sie dürfen nicht direkt „Nein“ sagen, noch so ein Gesetz.
Echte Geduldsproben erwarten Sie.
Lächeln Sie trotzdem.
Andere für uns vielleicht
merkwürdige Verhaltensweisen:
Geschenke werden in Sri Lanka
nicht mit lautem Kreischen und Danksagungen sofort aufgerissen. Stattdessen
werden sie mit einem „Danke“ oder auch wortlos zur Seite gepackt oder
weggetragen. Nicht böse sein. Der Hintergrund ist nämlich: Man ist dankbar für
den Akt des Schenkens, nicht für die Größe oder den Wert des Geschenkes.
Deshalb muss man es auch nicht gleich gierig auspacken (natürlich freut man
sich aber auch hier etwas mehr über große Geschenke).
Bei Einladungen wird sich der Gast
sehr bescheiden zeigen, bloß keine Umstände. Natürlich wie bei uns nur eine
Floskel, also wird der Gastgeber ordentlich auftafeln, immer wieder
nachschenken und die Teller neu füllen. Weniger zurückhaltend ist man dagegen
bei Bemerkungen über das Äußere des Anderen. Ein Hinweis, man sei fett, ist
also keine Beleidigung, sondern nur ein Zeichen der Aufmerksamkeit, des
Interesses an Ihnen.
Nicht gern gesehen sind Zärtlichkeiten
zwischen Mann und Frau, noch immer verstecken sich Pärchen hinter riesigen
Regenschirmen. Mit dem besten Kumpel kann man jedoch Händchen in aller
Öffentlichkeit halten.
Mittlerweile dürfte es sich auch
rumgesprochen haben, dass man in Tempeln die Schuhe auszieht und möglichst kein
nacktes Fleisch zeigt.
Am Strand: FKK und selbst Frauen
"oben ohne" sind absolut tabu!!!
Hier kann es in Hotels schon mal
zu Sachbeschädigungen durch aufgebrachte Singhalesen kommen, wenn man sich
nicht daran hält.
Unbedingt vermeiden!!
So, das wichtigste noch mal in
Kürze: rechte Hand benutzen, Füße nie auf Menschen richten, Ruhe bewahren und
Buddha ist immer oben.
Natürlich gibt es auch in Sri
Lanka Rüpel und Idioten, werden Regeln gebrochen. Aber wer möchte sich schon in
dieser Kategorie wieder finden?
13.11.06
Familiäres Hotel in Sri Lanka am Strand
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